Schwarzbärenjunges

Wyoming 2018

Yellowstone Nationalpark und mehr

10.6. Anreise über Chicago

Diesmal sollte es der Yellowstone sein. Weltberühmt als der erste Nationalpark überhaupt und darüber hinaus bekannt für sein Wildlife. Also eigentlich perfekt für einen leidenschaftlichen Hobby Naturfotografen wie mich. Dummerweise ist er aber relativ weit entfernt von den meisten anderen Sehenswürdigkeiten in den USA. Von daher plante ich, ihn alleine zu besuchen. Deshalb war ich schon bald auf der Suche, nach einer möglichst einfachen Anreise. Um den Yellowstone gibt es 3 Flughäfen: West Yellowstone, Jackson Hole im Süden und Cody im Westen. Mein Ziel war es, möglichst mit nur 1x Umsteigen dorthin zu gelangen. Möglich ist das mit dem Direktflug von Wien nach Chicago, und von dort weiter nach Jackson Hole. Letzterer Flughafen hat außerdem den Vorteil, dass er sich in einem anderen recht interesssanten Nationalpark befindet, nämlich dem Grand Teton. Am Sonntag den 10.6. flog ich daher von Wien aus über Chicago nach Jackson Hole, und ließ mich nach doch recht anstrengender Anreise mit dem Taxi in das sehr empfehlenswerte Antler Inn in Jackson bringen.

11.6. Grand Teton NP Süd

Bald Eagle Jackson Hole Vormittags war ich dann doch noch recht müde vom Jetlag und von der Anreise. Am Ende der Ortschaft Jackson Hole gab es aber eine kleine Wildlife Viewing Area, die ich sogleich einmal ausprobieren wollte. Bei meinem kurzen Spaziergang entlang dieses sumpfigen Gebietes gab es schon einiges zu sehen. Wie Kanadagänse, einen Trompeterschwan, und vor allem ließ sich auch kurz das Wappentier der USA blicken, nämlich ein Weißkopfseeadler! Bevor ich mich am Nachmittag nochmal zum Schlafen hinlegte, holte ich noch mit dem Taxi meinen Mietwagen vom Flughafen Jackson Hole ab. Der Taxifahrer gab mir die ersten Tipps um Tiere zu beobachten, die sich mit den Hinweisen aus den beiden Büchern deckten die ich zur Vorbereitung gelesen hatte: Abends die Moose Wilson Road entlangfahren, und den Antelope Flats einen Besuch abstatten.

Antelope Flats

Panorama der Grand Tetons mit (ganz klein) Bisons rechts unten

Bisons Antelope Flats Gabelböcke / Pronghorn Antelope Grand Teton Die Antelope Flats am späteren Nachmittag waren den Besuch jedenfalls Wert. Gleich am Anfang gab es Bisons vor dem Panorama der Grand Tetons, allerdings noch relativ weit entfernt, und auf dem Panorama kaum zu erkennen (kleine braunschwarze Punkte, rechts in der Nähe des Horizonts). Mit dem Leica 100-400 waren sie jedoch relativ gut zu fotografieren. Auf der weiteren Runde durch die Antelope Flats gab es dann noch jede Menge Gabelböcke bzw. Pronghorn Antilopen zu sehen, von denen es hier wirklich jede Menge gibt.

Moose Junction

Kolibri Grand Teton Auf dem Weg zur sogenannten Moose Wilson Road kommt man an der Moose Junction vorbei. Dort gleich rechts vor dem Abzweiger gibt es Dornan´s Resort, mit Pizzeria und Tankstelle. Bei einem kurzen Stop um Getränke einzukaufen und mir etwas die Beine zu vertreten (am Weg runter zum Snake River) sehe ich doch tatsächlich einen Kolibri. Schnell zurück zum Auto um die Kamera zu holen. Nach ein paar Minuten kam der Vogel zurück an exakt dieselbe Stelle. Ein wirklich nette Überraschung!

Moose Wilson Road

Wapiti Grand Teton Elch Grand Teton Also auf zur Moose Wilson Road. Im nachhinein betrachtet war ich wohl zu früh hier. Es war noch keine Dämmerung. Jedenfalls ließen sich hier keine Tiere blicken. Zu befahren ist die Straße übrigens ganz einfach. In Reiseführern werden zwar die vielen Tiersichtungen gelobt, allerdings wird vor einem kurzen Abschnitt ungeteerter Straße gewarnt. Diese ist aber recht gut befestigt, wenn sich auch etwas Split darauf befindet, so ist es wirklich überhaupt kein Problem diese mit jedem beliebigen Mietwagen zu befahren. Nach der Moose Wilson Road (also bereits etwas später) auf dem Rückweg nach Jackson Hole liefen dann Wapitis (hier Elk genannt) über die Straße. Die Stelle wo dann eben diese Straße 390 in den Teton Pass Highway 22 übergeht sah dann noch recht interessant aus. Eine Fußgängerbrücke über den Snake River und ein Park (Emily Stevens bzw. Rendezvous Park) luden zu einem Spaziergang ein. Im Park dann die nächste Überraschung. Plötzlich fand ich mich ganz in der Nähe eines jungen Elches, der sich durch mich überhaupt nicht stören ließ. Näher als man sich so einem Tier normalerweise nähern sollte machte ich noch schnell ein Foto, um ihn dann in Ruhe zu lassen und zum Hotel zurückzufahren.

12.6. Yellowstone NP West

Panorama der Grand Prismatic Spring im Yellowstone NP

Ausbruch des Old Faithfull Geysirs Ausbruch des Beehive (Bienenkorb) Geysirs Vorgebucht für 1 Nacht vom 12. auf den 13.6. war das Mammoth Springs Hotel. Nur eine Nacht deswegen, weil ich - Monate zuvor - mich viel zu spät um Unterkünfte im Yellowstone Nationalpark gekümmert hatte. Am Besten man bucht diese bereits jeweils Ende des Jahres vor der Anreise. Am Weg dorthin kommt man als erstes am Old Faithfull Geysir vorbei. Ich hatte hier gleich doppelt Glück. Zunächst einmal musste ich keine 10 Minuten auf den Ausbruch des Old Faithfull warten. Und darüber hinaus gab es kaum 10 Minuten danach einen weiteren Ausbruch des Beehive (Bienenkorb) Geysirs, welcher sogar doppelt so groß und spektakulär war wie der des Old Faithfull. Am weiteren Weg kann man sich dann imho den Abstecher zum Firehole Lake Drive sparen. Den Abstecher zum Fairy Falls Trail sollte man sich wiederum nicht entgehen lassen. Weniger wegen den Fairy Falls (die ich gar nicht gesehen habe), sondern wegen dem Ausblick auf die Grand Prismatic Spring (siehe Panorama).

Mammoth Hot Springs

Panorama der Terrassen der heißen Quelle von Mammoth

Wapiti Mammoth Hot Springs Auf dem weiteren Weg nach Mammoth gab es die ersten 3 Bisons im Yellowstone zu sehen. Stehen blieb hier kaum jemand, schließlich gibt es die Tiere zu Hauf im Lamar Valley zu sehen. Die Strasse von Norris Junction nach Mammoth war während meines Besuches leider eine einzige Baustelle. Die Gegend direkt westlich davon (also in meiner nördlichen Fahrtrichtung links) scheint nämlich recht interessant zu sein. In den Feuchtgebieten soll es in der Dämmerung jede Menge Elche zu sehen geben, was ich mir gut vorstellen kann. Während des Stauens sah ich dort sogar einen Kanadakranich, zu erkennen an seiner beeindruckenden Größe und seiner braunen Färbung. Ein späterer Besuch um Elche zu beobachten war leider aufgrund der geplanten abendlichen Sperre wegen der Baustelle nicht möglich. In Mammoth gab es dann die berühmten Sinterterassen zu sehen, so wie die von Park Rangern bewachten Wapitis im Park im Zentrum des Ortes. Diese wurden vermutlich bewacht, weil einige Tage zuvor Touristen von den Hirschkühen angegriffen wurden. Ich nehme an um die Kitze zu verteidigen.

13.6. Yellowstone NP Ost - Lamar Valley

Pronghorn im Lamar Valley Bison Büffelmutter die ihr kleines im Lamar Valley auf der Straße säugt Das Lamar Valley ist ja für seinen Reichtum an Tieren berühmt. Tatsächlih gibt es hier Bisons in Herden, die entlang des Flusses grasen. Oft sieht man sie auch direkt an und neben der Straße. In meinem Fall einmal sogar eine Büffelmutter die ausgesprochen unbekümmert ihr Junges direkt auf der Straße fütterte und dabei einen Stau verursachte. Außerdem gab es noch einige Gabelböcke / Pronghorn Antilopen zu sehen, allerdings nicht so viele wie in den Antelope Flats des Grand Teton NP.

Yellowstone NP Ost - Dunraven Pass

Dunraven Pass von Norden

Ausbruch des Old Faithfull Geysirs Ausbruch des Beehive (Bienenkorb) Geysirs Ausbruch des Beehive (Bienenkorb) Geysirs Ausbruch des Beehive (Bienenkorb) Geysirs Ausbruch des Beehive (Bienenkorb) Geysirs Das Highlight der Reise sollte die Fahrt über den Dunraven Pass werden. Von Norden kommend gleich mal ein Stau. Der Grund: Ein Schwarzbär ließ sich die Pflanzen schmecken, die rechts neben der Straße an einem Hang wuchsen. Hier hat es sich mit Sicherheit gelohnt, dass ich immer sehr früh auf den Beinen war. Es war noch nicht mal 7 Uhr morgens. Ich hatte einfach den Jetlag zu meinem Vorteil genutzt und bin teilweise auf europäische Zeit eingestellt geblieben. Der Stop beim Caclite Springs Overlook lohnte sich ebenfalls. Weniger wegen der Aussicht, sondern weil direkt am Aussichtspunkt ein Murmeltierbau war, welcher eigentlich kaum zu übersehen war. Außerdem ergab sich eine gute Gelegenheit, eines der Streifenhörnchen (Chipmunks) zu fotografieren. Der weitere Weg Richtung Canyon im Süden brachte kurz danach das nächste Highlight. Wieder waren viele Autos am Straßenrand geparkt. Hangabwärts spielte ein Schwarzbärenjunges unter den wachsamen Augen seiner Mutter. Bei jedem Stop lohnte es sich hier außerdem, nach Uinta-Zieseln Ausschau zu halten. Also was das Wildlife anging waren die wenigen Kilometer über den Dunraven Pass das Highlight der gesamten Reise. Ich könnte mir aber vorstellen, dass man, wenn man später dran ist, nicht mehr so viele Tiere sieht. Ich nehme an, dass diesen der Menschenauflauf irgendwann zu viel wird, und sie sich dann in einsamere Gegenden zurückziehen.

Yellowstone NP Ost - Grand Canyon of the Yellowstone

Panorama der Lower Falls im Yellowstone NP

Beeindruckender als erwartet war dann der Grand Canyon of the Yellowstone. Die Lower Falls sind wesentlich mächtiger als man es nach Betrachtung eines Fotos glauben möchte, und der Canyon wesentlich tiefer. Auf dem Panorama sehen Sie rechts über den Fällen Touristen nicht (!) die sich die Fälle direkt über der Kante ansehen, einfach weil diese viel zu klein sind, um auf dieser Auflösung noch erkennbar zu sein. Das nur um die Relation zur Größe dieses Wasserfalls etwas ins richtige Licht zu rücken.

Yellowstone Lake

Panorama des Yellowstone Lake

Ein wahrlich schöner und für diesen Nationalpark verhältnismäßig ruhiger Ort ist der Yellowstone Lake. Hier lohnt es sich bei Gelegenheit einen Stop für einen Spaziergang einzulegen. Eigentlich unglaublich ein dermaßen großer See auf dieser Seehöhe, umgeben von noch höheren Bergen. Danach fuhr ich weiter zur im Voraus gebuchten und ebenfalls empfehlenswerten Togwotee Mountain Lodge am gleichnamigen Togwotee Pass auf beinahe 3000 Meter Seehöhe.

14.6. Dubois Badlands

Panorama der Badlands vom Viewpoint in Dubois aus

Einem Tip der Angestellten des Hotels folgend nutze ich den Vormittag für eine landschaftliche schöne Fahrt etwa 45 Minuten Richtung Osten über den Pass nach Dubois. Dort folgte ich der Beschilderung zur Gravelroad zum Aussichtspunkt über die Dubois Badlands.

Grand Teton NP Nord

Panorama des Jenny Lake

Spiegelung der Grand Tetons im Oxbow Bend des Snake River Pelikan am Oxbow Bend Kanada Gänse Den späteren Nachmittag widmete ich dann nochmals dem Grand Teton Nationalpark, diesmal dem nördlichen Teil. Den ersten Stop legte ich am Oxbow Bend ein. Dort werden in der Dämmerung nicht selten Elche gesichtet. Bei mir gab es immerhin einen Pelikan zu sehen, und auch Kanada Gänse welche man aber in der Gegend wirklich oft sieht. Nächster Stop war am Aussichtspunkt oben am Signal Hill. Die Aussicht Richtung Bergkette der Grand Tetons ist leider durch den Wald verstellt, und der Ausblick nach Osten war wiederum nicht so spektakulär. Daher weiter zum Jenny Lake (Panorama). Dort zeigte sich dann allerdings einer der Nachteile des Grand Teton NPs - es begann zu regnen. Ich nehme an, dass sich an der Bergkette der Grand Tetons die Regenwolken stauen und sammeln. Außerdem wimmelte es hier von unglaublich penetranten Moskitos. Von daher verzichtete ich auf die Wanderung um den See und fuhr zurück zum Hotel auf der Passhöhe.

15.6. Togwotee Pass

Elch am Togwotee Pass Maultierhirschkuh Laut meinem Wildlife-Reiseführer für die Gegend war der Togwotee Pass einer der besten Plätze um Grizzlies zu sehen. Da diese Tiere hauptsächlich in der Dämmerung aktiv sind, stand ich an meinem letzten Tag der Reise früh auf, und ging auch spät schlafen, um die Dämmerung jeweils für "Pirschfahrten" mit dem Mietwagen zu nutzen. Die Angestellten des Hotels haben mir auch bestätigt, dass sie um das Hotel herum auf ihrem Arbeitsweg immer wieder Grizzlies sehen. Vor allem morgens. Tatsächlich ließ sich früh morgens auch das meiste Wildlife blicken, wie Unmengen an Wapitis, Maultierhirsche und abends dann auch wieder ein junger Elch, aber leider keine Grizzly Bären.

16.6. Heimreise über Chicago

Willis Tower in Chicago Am letzten Tag ging es früh morgens zurück zum Flughafen Jackson Hole, wo um 7 Uhr morgens mein Flieger nach Chicago startete. Dort hatte ich dann gute 5 Stunden Zeit. Die CTA Blue Line, welche direkt von den Domestic Terminals 1-3 des Chicago O´Hare Flughafen aus startet bringt einen direkt in die Stadt. Voraus überprüft hatte ich, dass sich die Station Jackson mehr oder weniger direkt beim Willis Tower befand. Diesen kurz besichtigt fuhr ich wieder retour zur Endstation Flughafen O´Hare. Das ganze hat dabei etwa 2 Stunden gedauert und 10 $ für das Tagesticket der Chicago CTA gekostet. In Summe also durchaus lohnend, außerdem hat es meine Wartezeit für den Weiterflug nach Wien angenehm verkürzt.

Literatur

Auf das Buch "Watching Yellowstone & Grand Teton Wildlife" von Todd Wilkinson und Michael H. Francis B01BBB6FR8 bin ich erst vor Ort aufmerksam geworden. Ich kann es jedenfalls empfehlen, die Tipps darin haben mir jedenfalls sehr geholfen.

Auch der Lonely Planet 174220743X, den es auch speziell für diese Gegen gibt, war sehr nützlich. Viele Hinweise für Wildlife Sichtungen und jede Menge Wandertipps für die Gegend.

Tiersichtungen in der Dämmerung

Elch

Zu sehen im Grand Teton NP am besten entlang der Moose Wilson Road, sowie südlich davon wie im Rendezvous Park und am Oxbow Bend. Im Yellowstone NP westlich der Straße südlich der Mammoth Hot Springs. Außerdem am Togwotee Pass.

Wapiti

Bekommt man eigentlich immer wieder zu Gesicht. Halb zahme Exemplare gibt es direkt im Park bei den Mammoth Hot Springs zu sehen. Die mit Abstand größte Anzahl begegnete mir westlich des Togwotee Pass morgens.

Maultierhirsch

Sieht man wesentlich seltener als die Wapitis. Ich bekam sie in relativ großer Zahl am Togwotee Pass zu sehen, und ein Exemplar auch am Signal Hill.

Grizzly Bär

Zu sehen im Yellowstone entlang des Dunraven Pass und an den nördlichen Ufern des Yellowstone Lake. Im Grand Teton entlang der Straße zum Südeingang des Yellowstone NP. Sowie am Togwotee Pass.

Tiersichtungen unter Tags

Schwarzbär

Zu sehen nördlich des Dunraven Pass und entlang der Inner Park Rd im Grand Teton NP zwischen Jenny Lake und Oxbow Bend, wie auch am Signal Hill.

Bison

Antelope Flats im Grand Teton NP, sowie Lamar und Hayden Valley im Yellowstone NP.

Gabelbock / Pronghorn Antilope

Antelope Flats und östlich des Jenny Lake im Grand Teton NP, sowie in kleinerer Anzahl Lamar Valley im Yellowstone NP.

Murmeltier

Am Calcite Springs Overlook im Yellowstone NP gibt es einen Bau, etwas innerhalb der hinteren Schleife wo der Aussichtspunkt ist.

Uinta Ziesel

Nordlich des Dunraven Pass im Yellowstone NP. Einfach irgendwo parken und Ausschau halten.

Pelikan

Zu sehen im Grand Teton NP am Oxbow Bend und am nördlichen Yellowstone Lake in der Nähe der Fishing Bridge.

Weßkopfseeadler

Nordlich von Jackson südlich des Grand Teton NP in der Wildlife Viewing Area beim Parkplatz am Rand des Ortes.

Trompeterschwan

Nordlich von Jackson südlich des Grand Teton NP in der Wildlife Viewing Area beim Parkplatz am Rand des Ortes. Außerdem Swan Lake zwischen Norris und Mammoth Hot Springs.

Kanadakranich

Ein wirklich großes und beeindruckendes Tier, welches man südlich von Mammoth in den Feuchtgebieten westlich der Straße sehen kann.

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